Gemeinde Eichenzell

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Zehn Hektar Wald am Rippberg werden zum Urwald


Gemeindevertreter beschließen "Urwald"

190 Jahre alte Eichen, Quellen, ein Amphibienteich und ein Boden aus Basaltgestein: Der Wald am Rippberg ist etwas Besonderes. Jetzt werden zehn Hektar in der Gemarkung Rothemann aus der forstlichen Nutzung herausgenommen und sich selbst überlassen. Dafür gibt es Ökopunkte. Diese Kernfläche haben die Eichenzeller Gemeindevertreter am 24. August 2017 einstimmig beschlossen.


Bürgermeister Dieter Kolb und Revierförster Norbert Hahnel sind sich einig: Der Wald am Rippberg ist etwas Besonderes.

"Am Rippberg gibt es Pflanzen, die für den Eichenzeller Raum selten sind. Dort wachsen zehn verschiedene Baumarten unterschiedlichen Alters: Erlen, Hainbuchen, Bergahorne, manche Eichen sind 190 Jahre alt. Es gibt Waldmeister, Bingelkraut und Schlüsselblumen", zählt Norbert Hahnel auf, der seit 35 Jahren Förster in Eichenzell ist. Auf seine Initiative hin werden zehn Hektar Wald am nördlichen Hang des Rippberges in einer Höhenlage von 400 bis 470 Metern zukünftig nicht mehr bewirtschaftet. So soll eine Art Urwald entstehen.



Abgestorbenes Holz wird dann zum Lebensraum für Totholzbewohner wie Spechte, Fledermäuse und Kolkraben - diese Tiere gibt es auch jetzt schon am Rippberg. "Außerdem haben wir den Rotmilan, und im Mai habe ich gesehen, dass ein Schwarzstorch am dortigen Tümpel nach Nahrung gesucht hat", erklärt Hahnel und schwärmt: "Wenn sich irgendwann der sehr seltene Hirschkäfer ansiedeln würde, wäre das die Krönung."

Mit zwei Lehrwegen, dem Albert-Schweitzer-Pfad und einem Baumarten-Pfad, ist der Rippberg schon jetzt ein beliebtes Ziel für Spaziergänger.

Insgesamt besitzt Eichenzell 317 Hektar Gemeindewald, so viel hat im Kreis Fulda nur Nüsttal. Pro Jahr werden daraus 40 000 bis 60 000 Euro erwirtschaftet. Mit der neuen Kernfläche verzichtet die Gemeinde auf etwa 3000 Euro im Jahr. Trotzdem sei die Kernfläche ein Gewinn für alle, darin waren sich die Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung einig. Denn neben dem Mehr an ökologischem Reichtum und der Möglichkeit, vom Waldweg aus die Entwicklung zu beobachten, gibt es Ökopunkte, die die Gemeinde anführen kann, wenn sie zum Beispiel neue Wohn- und Gewerbegebiete ausweisen möchte. "Es ergeben sich für diese Fläche am Rippberg insgesamt 686 000 Wertpunkte, die uns gut geschrieben werden könnten. Ein Wertpunkt entspricht 35 Cent, das macht somit 240 100 Euro", erklärt Bürgermeister Dieter Kolb bei der Sitzung. "Das ist eine klassische Win-Win-Situation. Die 3000 Euro im Jahr können wir vernachlässigen", sagt Reinhold Stier von der BLE, und CWE-Fraktionsvorsitzender Alfons Schäfer fügt an: "Damit leisten wir einen Beitrag zum Naturschutz." Auch Barbara Klöppner, Ortsvorsteherin von Rothemann und Mitglied der CDU-Fraktion in Eichenzell, ist froh über die Kernfläche. "Wir Rothemänner nutzen den Rippberg gern und freuen uns, wenn dort ein Urwald entsteht.

Text: Daniela Petersen / Fuldaer Zeitung

 
Diese mächtige Esche ist ca. 115 Jahre alt.



Wildenten machen gerne Rast am Tümpel.




 


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